Das Ägyptische Museum in Kairo

Ägyptische Museum in Kairo

Das Ägyptische Museum in Kairo

Cairo MuseumEine Reise nach Ägypten und somit auch ein Besuch in das Ägyptische Museum ist unvergesslich und steht bei vielen Menschen auf der Wunschliste. Und das zu Recht. Neben der anderen Kultur und Lebensweise locken besonders die Pyramiden, die symbolisch für die Zeit der alten Ägypter stehen. Um tiefer in die Geschichte einzutauchen und die Überbleibsel zu bestaunen, ist das Ägyptische Museum in Kairo ein absolutes Muss.

Es ist eines der bekanntesten Museen und das größte Museum für ägyptische Kunst weltweit. In ihm sammeln sich große Kunstwerke und archäologische Fundstücke, welche Tausende von Jahren überlebt haben, darunter die Schätze aus der Grabkammer des legendären Tutanchamun. Damit Ihr Besuch ein voller Erfolg wird und Sie die faszinierende Geschichte hinter dem Museum und seinen Exponaten verstehen, finden Sie hier einen Überblick.

Wie alles begann…

Museen haben meist eine lange Beständigkeit. In diesem Fall beginnt die Geschichte im Jahre 1835. Damals gründete die ägyptische Regierung den Service des Antiquites de l‘Egypte. Grund war das wachsende Interesse an alten ägyptischen Schätzen. Internationale archäologische Ausgrabungen brachten die Fundstücke ins Ausland, wo sie zum Beispiel im British Museum landeten. Außerdem kam es zur Plünderung durch fremde und einheimische Schatzsucher, die das Interesse der Allgemeinheit zu ihrem Profit umwandelten. Es entstand ein allgemeines Ausfuhrverbot für Altertümer als auch die erste, von der Regierung zusammengetragene Sammlung. Sie fand nach einigen Umzügen ihr Zuhause in dem Viertel Bulaq der Hauptstadt Kairo. Es liegt am Ostufer des Nils, sodass es im Jahr 1878 zu einer Überschwemmung kam. Dadurch wurden viele Objekte weggeschwemmt und gestohlen.
 
Daraufhin bauten sie ein neues, prachtvolles Gebäude, dass extra als Museum konzipiert war. Der Architekt Marcel Dourgnin ersann es im neoklassizistischen Stil. Die Eröffnung erfolgte 1902 auf dem zentral gelegenen Tahrir-Platz in Kairo, wo es noch heute steht und jährlich rund 2,5 Millionen Besucher kommen und gehen sieht. Heute beherbergt es dreimal so viele Exponate, wie Dourgnin eingeplant hatte.
 
Die Exponate erstrecken sich über zwei Stockwerke mit über 100 Sälen. Im Erdgeschoss finden Sie die Objekte chronologisch geordnet. Sie führen Sie auf eine visuelle Reise von der Prädynastik bis hin zur griechisch-römischen Zeit. Das 1. Obergeschoss zeigt die großen Highlights wie die Mumien.
 

Bilder vom Ägyptischen Museum in Kairo

Die Bilder stammen von unserem Besuch von 2017 in Ägypten – Ägyptische Museum in Kairo

Das Ägyptische Museum – Die Highlights

Der Grabschatz des jungen Pharao Tutanchamun glitzert verheißungsvoll hinter den Vitrinen. Was den König so besonders macht, ist, dass der Archäologe Howard Carter sein Grab in 1922 beinahe unberührt vorfand. Insbesondere die goldene Totenmaske, welche fast 12 Kilogramm wiegt, entzückt die Welt. Doch Vorsicht, nach Carters Ausgrabungen entstand die Vorstellung des Fluch des Pharao, da mehrere Expeditionsmitglieder innerhalb von fünf Jahren nach der Bergung starben.

Weitere Highlights sind Modellboote, Ostraka und Papyri als auch Mumienportraits aus dem Fayyum sowie die Mumien-Halle, die extra kostet. Auch eine Museumsbibliothek, die weltweit als eine der wichtigsten Bibliotheken zu der Kultur des Alten Ägypten bezeichnet wird, ist in dem Gebäude zu finden. Jedoch ist sie nur Mitarbeitern und Forschern zugänglich. Im Jahr 2010 wurde ein Kindermuseum in einem Teil des Kellergeschosses eröffnet. Es vermittelt Wissen durch museumspädagogische Angebote, die sowohl auf Kinder und Jugendliche ohne Behinderung als auch auf Menschen mit Behinderung spezialisiert sind.

Das Ägyptischen Museum – Der Keller

Ägyptisches Schiff im Museum

Nicht nur die Museumsbibliothek ist für die Öffentlichkeit unzugänglich. Weitere Artefakte lagern, beziehungsweise lagerten, im Untergeschoss. Es erstreckt sich auf einer Fläche von 10.500 Quadratmetern und war randvoll gefüllt mit allen Fundstücken aus archäologischen Grabungen, die Ägypten zugesprochen waren. Was genau in dem Keller liegt, wusste keiner. Denn es gab jahrelang keine Bestandslisten. Eine wahre Sensation hätte in den Gewölben verrotten können. Doch eine Inventur der Zehntausenden Grabungsfunde durchzuführen ist eine massive Aufgabe. Die ehemalige Generaldirektorin Wafaa el-Saddik stellte sich der Herausforderung. Unter Ihrer Leitung wurde das Untergeschoss aufgearbeitet. Die Objekterfassung erfolgte auf einer modernen Datenbank. Es ähnelte einer gewaltige Grabung. Nur nicht unter der brennenden Sonne in der Wüste, sondern in einem muffigen Gewölbe, während über den Köpfen täglich Tausende an Touristen spazierten.

Nach diesen Arbeiten wurde eine Sonderausstellung namens „Meisterstücke aus dem Keller“ konzipiert. Die Funde wurden aus den Kellerräumen entfernt. Sie wurden auf externe Lager oder auf andere Museen verlagert. Das leere Untergeschoss unterging einer Renovierung. Heute beherbergt es unter anderem Büroräume als auch ein Labor, welches DNA Untersuchungen an Mumien vornimmt.

Die Revolution von 2011

Im Jahr 2011 erschütterten Unruhen das Land. Der Tahrir-Platz, auf dem das Museum steht, war dabei ein wichtiger Ort der Revolution. Teilweise demonstrierten Zehntausende Menschen davor. Auch da „Midan el-Tahrir“ soviel wie Platz der Befreiung heißt. Das Museum selbst erhielt keine so positive Konnotation. Es kam während dieser Zeit zu Plünderungen; die Sammlungen wurden beschädigt und beklaut. Insgesamt 54 gestohlene Ausstellungsstücke gab es zu beklagen. Bis zum Jahre 2013 wurden davon 25 aufgespürt und restauriert. Zusätzlich soll sich laut des damaligen Direktors des Museums eine Kommandozentrale des Geheimdienstes als auch Folterkammern im Keller befunden haben. In den folgenden Jahren sanken die Besucherzahlen deutlich.

Infos zum Besuch für das Ägyptische Museum

Eine Karte kostet circa 30 Euro pro Erwachsener, wobei man für die Mumienhalle extra bezahlen muss. Es werden zahlreiche Führungen angeboten. Diese dürfen jedoch nur ägyptische Reiseleiter oder Ägyptologen mit einer Sondergenehmigung durchführen. Fotografieren und filmen ist verboten. Das Museum ist gut besucht und im Sommer etwas stickig. Aufgrund des schieren Volumen an Wissen und Exponaten wird geraten, dem Museum mehrere Besuche abzustatten.

Ein Blick in die Zukunft des Museums

Mumie - Ägyptische Museum

Bereits seit mehreren Jahren ist klar, dass das Museum hoffnungslos überfüllt ist. Deswegen wurde Anfang der 2000er mit dem dem Bau zweier weiterer Museen begonnen. Die Planung begann teilweise schon vor vierzig Jahren. Das Nationalmuseum der ägyptischen Zivilisation und das Große Ägyptische Museum stehen bereits, doch ihre Eröffnung wird immer wieder verschoben. Besonders letzteres soll der neue Stolz Ägyptens als auch das größte archäologische Museum der Welt werden. Es ist ein massiver Bau gegenüber von den Pyramiden. Ein darin enthaltenes Labor für die Restauration von Antiken ist bereits in Betrieb, der Zugang für die Öffentlichkeit lässt auf sich warten. Sicher sind auch die politischen Unruhen und finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes Gründe für die jahrelange Verschiebung der Eröffnung. In den letzten Jahren war von dem Startschuss 2020 die Rede, jetzt wurde er auf 2021 verlegt.

Es soll weiterhin als neues Zuhause für Tutanchamun und seine Schätze dienen – somit wird wohl der wichtigste Publikumsmagnet des alten Museums verlegt. Dazu kommen noch die weiteren Exponate, die aus dem überfüllten Museum zu den zwei neuen überführt werden sollen. Dennoch wird das originale Museum bestehen bleiben. Dieses ist nicht nur bis zum Bersten voll, sondern auch noch im Originalzustand von 1902. ES gehört somit selbst in ein Museum und strahlt seinen eigenen Charme aus. Trotzdem soll es in den nächsten Jahren modernisiert werden. Außerdem überlegt die Direktion zusammen mit anderen internationalen Museen bereits, wie der dann freie Platz genutzt werden könnte. Die Rede ist unter anderem von Wanderausstellungen aus Europa.

Nicht nur für Hobby-Archäologen und Schatzsucher ist Ägypten das wahre Paradies. Das Museum auf dem Tahrir-Platz bietet eine einmalige Chance, das Land und eine der wichtigsten Epochen der Menschheitsgeschichte zu erforschen und hautnah zu erleben. Selbst wenn ein Teil der Exponate in neue, modernere Ausstellungen verlegt wird, der Besuch lohnt sich. Schließlich ist das Ägyptische Museum in Kairo selbst ein Teil der Geschichte geworden. Mehr wissenswertes über das Museum finden Sie hier.

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